martin hoffmann

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Ökologisierung der Städte – Demokratisierung für die Umwelt

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Gerade habe ich eine Sendung bei Deutschlandradio Kultur gehört, in dem die Umweltanpassungsmaßnahmen in den Metropolen Hamburg und Copenhagen vorgestellt wurden. Beide, auch geografisch nah beieinander, müssen sich in Zukunft mit Klimaveränderungen auseinandersetzen – insbesondere gesteigerten Regenfällen. Doch schlaue Projekte zeigen, dass urbaner Raum zunehmend zu Experimentierkästen für Umweltschutz werden, die nur funktionieren, wenn die Bevölkerung einbezogen wird.

Den Beitrag “Die Stadt, das Klima und eine dritte Natur” von Jane Tversted und Martin Zähringer werde ich an dieser Stelle nicht komplett wiedergeben – dafür stellt der Deutschlandfunk ja sowohl den Podcast als auch ein ganzes Transkript kostenlos zur Verfügung (sage nochmal jemand was gegen öffentlich-rechtlichen Rundfunk!). Doch die Grundaussage ist simple: der Klimawandel ist da, und wir müssen überall damit umgehen.

Für Hamburg heißt das bspw. anzunehmende steigende Niederschläge, gerade im Winter, abnehmende Niederschläge im Sommer. Eine Verschiebung des Klimas also (nicht das Hamburg für meinen Geschmack nicht schon genug Niederschlag hat, aber das ist eine andere Geschichte). Dies hat massive Implikationen auf die Lebensbedingungen, aber auch auf die Struktur und Architektur in einer Stadt.

Eine sehr wichtige Aussage findet sich im Text: Was die Regierungen beschließen, müssen am Ende die Kommunen umsetzen. Und dabei hilft kein Masterplan, wie Copenhagen zeigt. Dort wurden viele kleine unterschiedliche Projekte entwickelt, die in den jeweiligen Kontext passen müssen. Eine klimaneutrale Stadtplanung funktioniert also nur im Dialog mit den Bürgern; nicht nur für Verständnis, sondern auch für Erfolg, da bspw. in Copenhagen Bürger*innen auch mit verantwortlich für die Projekte sind. (Zur Notwendigkeit aber auch den Möglichkeiten von Partizipation im digitalen Zeitalter hatte ich hier schon mal geblogt.)

Gerade für Copenhagen zeigt sich, dass Mobilität ebenfalls ein Vehikel ist, in dem Klimaneutralität durch Bürgereinbeziehung realisiert werden kann. Shared rides, Ausbau ÖPNV, etc. Dazu habe ich 2014 für Wissenschaft im Dialog schon mit einer Jugendgruppe Ideen ausgearbeitet, die ihr hier findet. Lustigerweise waren wir damals schon in Copenhagen, und Prof Malene Freudendal-Pedersen von der Roskilde University hat uns dabei eben anhand von Copenhagen gezeigt, welche Visionen da möglich sind.

Nun könnte man denken, dass sowas nur für große Metropolen relevant ist, aber weit gefehlt. Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, wird aber im Kurzschluss oft mit globaler Erwärmung und der Konsequenz von höheren Jahresmitteltemperaturen gleichgesetzt. Das ist ein Trugschluss. Zwar wird dies global gesehen als stärkstes Phänomen eintreten, doch werden die abhängigen Konsequenzen lokal gänzlich unterschiedlich ausfallen. Auch solch kleine Städte wie Magdeburg müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einrichten, sei es eine gestiegende Wahrscheinlichkeit von Hochwasser, aber eben auch deutlich stärkere, dafür akutere Regengüsse, die Kanalisationen in einem Maß überfordern, in dem sie nicht erweitert werden können, oder eben eine Veränderung des Stadtklimas durch abweichende Luftströme.

Die Zeit ist reif, auch für Sachsen-Anhalt und Magdeburg, dem Klimawandel eine hohe Priorität einzuräumen. Think global, act local. Denn nicht nur haben wir die Möglichkeiten, wenn auch im Kleinen, unseren Teil zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen, sondern werden auch wir in einem starken Maße von den Konsequenzen beeinträchtigt werden.

mm

Author: hoffmann.martin

cultural engineer and education hacker | interested in design, media, politics, learning, teaching, understanding

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